Home-Office Kosten absetzen — Schritt für Schritt
Miete, Nebenkosten, Möbel und Einrichtung — so berechnest du deinen Anteil korrekt.
Artikel lesenWelche Unterlagen du brauchst und wie du deine Belege systematisch organisierst — ohne Chaos und Stress.
Viele Unternehmer und Freelancer verlieren jedes Jahr Geld, das sie eigentlich sparen könnten. Das Problem? Sie dokumentieren ihre Ausgaben nicht ordnungsgemäß. Das Finanzamt akzeptiert nur Betriebsausgaben, die durch Belege nachgewiesen werden können.
Es geht nicht nur darum, die Belege zu sammeln. Du brauchst ein System, das funktioniert — eines, das du auch wirklich nutzen wirst. Zettelwirtschaft führt zu Stress und zu Fehler, die dich Steuervorteil kosten.
Das Finanzamt hat klare Anforderungen. Du benötigst für jede Betriebsausgabe einen Beleg, der bestimmte Informationen enthält. Ein einfacher Kassenbon reicht nicht immer aus.
Es gibt zwei Hauptwege zur Dokumentation: analog und digital. Der digitale Weg ist für die meisten besser. Deine Belege sind sicher, leicht auffindbar und du kannst sie überall einsehen.
Nutze dein Smartphone. Eine gute Foto-App mit PDF-Export genügt. Wichtig: Das Bild muss lesbar sein, nicht zu dunkel und nicht verwackelt.
Erstelle Ordner nach Kategorien (Büromaterial, Reisekosten, Bewirtung). Dateinamen sollten Datum und Art der Ausgabe enthalten, z.B. 2026-02-15_Buromaterial_Papier.pdf.
Halte in einer Tabelle oder App fest: Datum, Betrag, Kategorie, wofür, Geschäftzweck. Das macht die Betriebsprüfung deutlich einfacher.
Verschiedene Ausgabenarten haben unterschiedliche Anforderungen. Hier sind die wichtigsten:
Papier, Stifte, Ordner, Tische, Stühle — all das ist abzugsfähig. Gegenstände unter 410 Euro können sofort abgesetzt werden. Für teurere Anschaffungen brauchst du eine Abschreibung über mehrere Jahre.
Die Entfernungspauschale (0,30 Euro pro km) ist einfach zu dokumentieren. Achte auf die Unterscheidung zwischen Fahrten zur Betriebsstätte und Dienstreisen. Tankquittungen und Bahntickets sind wichtig.
Internetgebühren, Telefonverträge, Mobilfunk — hier musst du oft eine Aufteilung zwischen privat und beruflich vornehmen. Dokumentiere die Rechnungen und deine Aufteilungsquote.
Betriebshaftpflicht, Berufshaftpflicht, Kontogebühren — alles davon ist abzugsfähig. Halte deine Versicherungspolicen und jährliche Rechnungen auf.
Kurse, Seminare, Bücher, Online-Schulungen — das sind Betriebsausgaben, wenn sie deinem Beruf dienlich sind. Belege mit Beschreibung des Inhalts sammeln.
Geschäftsessen sind bis zu 80 Euro abzugsfähig. Hier brauchst du besondere Sorgfalt: Datum, Namen der Personen, Geschäftszweck müssen dokumentiert sein.
Die Aufbewahrungsfrist für Betriebsausgaben beträgt in Deutschland 10 Jahre. Das klingt lange, ist aber gesetzlich vorgegeben. Deine Dokumentation muss also langfristig verfügbar sein.
Digitale Speicherung ist optimal: Cloud-Dienste wie OneDrive, Nextcloud oder Dropbox bieten Redundanz. Deine Dateien sind sicher, auch wenn dein Computer ausfällt. Wichtig: Stelle sicher, dass dein Anbieter DSGVO-konform ist und idealerweise Server in Deutschland hat.
Organisiere deine Cloud-Ordner wie physische Aktenordner: nach Jahren und Kategorien. Ein Backup auf externe Festplatte ist zusätzliche Sicherheit. Teste regelmäßig, ob du deine Dateien noch abrufen kannst.
Nutze diese Liste, um sicherzustellen, dass dein System vollständig ist:
Die richtige Dokumentation deiner Betriebsausgaben ist nicht lästig — sie ist eine Investition. Eine gute Stunde monatlich für die Organisation kann dir tausende Euro pro Jahr sparen. Das Finanzamt honoriert sorgfältige Dokumentation, und im Falle einer Prüfung wirst du dankbar sein, dass du alles griffbereit hast.
Starte mit einem einfachen System: Smartphone-Kamera, Cloud-Ordner, eine Excel-Tabelle. Später kannst du immer noch auf spezialisierte Software aufrüsten. Wichtig ist, dass du es konsequent nutzt. Ein perfektes System, das du nicht verwendest, ist wertlos. Wähle etwas, das zu deinem Arbeitsablauf passt, und bleibe dabei.
Dieser Artikel bietet allgemeine Informationen zur Dokumentation von Betriebsausgaben. Die Gesetze und Anforderungen unterscheiden sich je nach Betriebsform, Branche und individuellem Fall. Für konkrete Fragen zu deiner Steuersituation konsultiere einen Steuerberater oder dein zuständiges Finanzamt. Die Informationen in diesem Artikel ersetzen keine professionelle Steuerberatung.